Sein Leben in London ist ernüchternd, einsam und trist, er findet weder Anschluss noch Freunde, geschweige denn Gleichgesinnte, die seine Liebe zur Kunst teilen. Nach Südafrika zurückzukehren kommt für ihn nicht in Frage, von England aus beobachtet er die politische Entwicklung seines Heimatlandes, ebenso das Weltgeschehen, das vom Kalten Krieg beherrscht wird. Auf der Suche nach der großen Liebe und einer inspirierenden Muse, die seinem schlummernden schriftstellerischen Talent zum Ausbruch verhelfen soll, beginnt er oberflächliche Affären, behandelt die Mädchen aber allesamt nicht „gentleman-like“. Er fühlt sich als Versager auf der ganzen Linie und kommt zu der Überzeugung, dass Kunst nur durch Demütigung, Widrigkeiten und Unglücklichsein entstehen kann.
Unschwer kann man im Protagonisten John J.M. Coetzee erkennen, die Parallelen zu seinem Leben sind zu offensichtlich. Nach „Der Junge. Eine afrikanische Kindheit“ ist „Die jungen Jahre“ der zweite Teil einer fiktional- autobiografischen Reihe, die durch „Sommer des Lebens“ abgeschlossen wird. Coetzee schreibt eindringlich, sarkastisch und ehrlich, nimmt andeutungsweise politisch Stellung und schildert einen Charakter, den man landläufig als „komischen Kauz“ beschreiben würde. Das Buch macht Lust, jedenfalls mehr über Coetzee und sein Werk zu erfahren!




