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Allende, Isabel - Das Geisterhaus




Allende, Isabel - Das Geisterhaus

Beitragvon Salome » 18.07.2007, 07:45

[center]Bild[/center]

Da schon zu genüge im Netz besprochen, hier nur eine Kurzrezension:

Klappentext:

Eine Familiensaga des 20. Jahrhunderts, in der die wechselhafte Geschichte des chilenischen Patriarchen Esteban Trueba und der Frauen seines Hauses erzählt wird.
Der Erfolg dieses Buches ist dem hinreißenden Erzähltemperament Isabel Allendes zu verdanken: Souverän, mit Phantasie und Witz, mit Zärtlichkeit und Ironie malt die Autorin das große, bunte Tableau einer Familie über vier Generationen hinweg.

Meine Meinung:

Ein Buch, das mich durch Himmel und Hölle geschickt hat.
Nach meinen anfänglichen Skrupeln hat “Das Geisterhaus” sich schließlich zu einem tollen Familienepos entwickelt. Die Geschichte der Familie Trueba mitzuverfolgen war sehr interessant und wie Isabel Allende diese Geschichte erzählt ist großartig. Besonders gefallen hat mir, das Allende viel Autobiographisches und Geschichtliches in die Geschichte eingeflochten hat, es macht den Roman sehr authentisch und ergreifend. Sie hat ja in der Tat - so weit ich bei Recherchen im Netz gelesen habe - die Frauen ihrer Familie als Vorlagen für ihre Figuren benutzt.
Die Personen im Roman sind also allesamt detailreich und lebendig beschrieben. Besonders Blanca hat es mir angetan, vielleicht weil ich mich selbst oft in der introvertierten, aber dennoch starken Frau wiederzuerkennen glaubte.

Eine “Schattenseite” gab es allerdings auch. Es ist ein stiller, anspruchsvoller Roman, wie ich finde. Er hatte schon auch einige Längen und kostete mich über einen Monat an Zeit, um ihn zu lesen. Also ein Buch, welches man in Ruhe genießen sollte. Leider habe ich derzeit einfach nicht die Zeit und Muse, um den Roman in vollem Umfang würdigen zu können. Ich werde ihn sicher zu gegebener Zeit gerne nochmals lesen!

Noch kurz ein Wort zu meiner Ausgabe: Ich kann bei Büchern klein und eng gedruckte, vollgestopfte Seiten überhaupt nicht leiden. Meine Ausgabe ist leider eine solche. Das hat mir das Lesevergnügen geschmälert.

:stern: :stern: :stern: :stern:

Originaltitel: La casa de los espiritus
Taschenbuch, 503 Seiten
Verlag: Suhrkamp (1989)
ISBN-10: 3518381768
Salome
 

von Anzeige » 18.07.2007, 07:45

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Beitragvon Pippilotta » 18.07.2007, 09:02

Isabel Allende ist auch noch so ein weißer Fleck, den ich unbedingt füllen möchte. Ich habe vor einigen TAgen bei Booklooker "Paula" bestellt, "Von Liebe und Schatten" habe ich auf meinem SUB.
Herzliche Grüße
Pippilotta


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Beitragvon Krümel » 18.07.2007, 09:30

"Das Geisterhaus" ist ein grandioses Buch, man muss natürlich ein wenig offen für Spirituelles sein, ansonsten wird man es direkt beiseite legen :wink:
BildLiebe Grüße,
Krümel



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Beitragvon wolves » 18.07.2007, 10:11

"Das Geisterhaus" ist einfach ein toller Roman. Wie Salome so schön schreibt : "Es ist ein stiller und anspruchsvoller Roman", dass kann ich nur unterstreichen und für spirituelles (da geb ich Krümel recht) sollte man auch offen sein.
Es freut mich @Salome, dass du deinen "literarischen Schnupfen" überwunden hast und du dann doch das Buch (trotz fehlender Zeit und Muse!) genossen hast. Das mit eng bedruckt finde ich auch schrecklich, finde ich gut, dass du vor dieser Ausgabe warnst.

@Pippi: "Paula" hatte mir auch sehr gut gefallen, wenn es auch schon so lang her ist seit ich das Buch gelesen habe, dass ich mich leider nicht mehr an Einzelheiten erinnern kann :oops:
Genauso gut hat mir "Von Liebe und Schatten" gefallen.
Nur bei den neueren Büchern von Allende muss ich leider passen, die gefallen mir jetzt nicht mehr so gut, bzw. interessieren mich auch nicht so sehr.
Liebe Grüße
wolves


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Beitragvon Salome » 18.07.2007, 10:12

@ Heidi: Findest Du? Diese spirituellen Abschnitte (Claras Hellsichtigkeit, Ferulas Wiederkehr... ), habe ich immer eher als märchenhaft, als als "ernsthaft" spirituell empfunden. Selbst in dem "Geisterhaus" an sich, sehe ich eher metaphorische Geister, also den Nachklang des Wirkens der Ahnen und Urahnen, weniger spukende, durchsichtige Personen.
Ich denke auch, dass das Politische Isabel Allende ziemlich wichtig war. Sie widmet ihm ja auch viele Seiten ihres Romans.
Ich kann das auch sehr gut verstehen, wenn man sich Chile zu Zeiten des Romans betrachtet. Schlimm!
"Das Geisterhaus" ist, denke ich, ein sehr persönlicher, intimer Roman Allendes.
Salome
 

Beitragvon Coco » 18.07.2007, 11:04

Auch mir hat das "Geisterhaus" sehr gut gefallen, ich habe es zweimal mit Abstand von ca. 6 Jahren gelesen, das mache ich nur bei Büchern, die mich beim ersten Lesen fesseln konnten (äh, logisch :roll: )

"Von Liebe und Schatten" habe ich danach noch angefangen, aber nie beendet - es hat mir überhaupt nicht gefallen - und irgendwie reizt es mich nun auch nicht mehr, Allende zu lesen .... das "Geisterhaus" ist irgendwie eine Ausnahme.
Liebe Grüsse
Coco

-----------

:studie:

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Beitragvon Krümel » 18.07.2007, 11:27

@ Salome

Das Spirituelle, insofern ich das noch richtig im Kopf habe, ist nicht absolut ernst zu nehmen, aber dennoch wird dadurch eine gewisse Magie, ein Reiz betont, vielleicht aus der geschichtlichen Vergangenheit, der Ahnen; so ganz ohne ihn würde aber der Roman blaß aussehen, oder?
"Das Geisterhaus" werde ich gewiss irgendwann mal wieder lesen :D
BildLiebe Grüße,
Krümel



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Beitragvon Katia » 18.07.2007, 13:52

Salome hat geschrieben:@ Heidi: Findest Du? Diese spirituellen Abschnitte (Claras Hellsichtigkeit, Ferulas Wiederkehr... ), habe ich immer eher als märchenhaft, als als "ernsthaft" spirituell empfunden. Selbst in dem "Geisterhaus" an sich, sehe ich eher metaphorische Geister, also den Nachklang des Wirkens der Ahnen und Urahnen, weniger spukende, durchsichtige Personen.


Bei mir ist die Lektüre Allendes zwar auch schon eine Weile her, aber diese Art Spirititualität ist in der südamerikanischen Literatur relativ verbreitet. Ich sehe das wie Du, Salome, sehe das metaphorisch (wie z.B. auch bei Murakami); das heißt nicht (@Krümel), dass man diese Teile überliest oder weglassen könnte (wie Du schon sagst, würde dann der Roman blutleer) - sie machen einen essentiellen Reiz aus, ohne dass ich das für Realität nehme und ohne dass ich das Gefühl habe der Autor (die Autorin) nimmt das für bare Münze.

Komischerweise geht es mir wie Coco, das Geisterhaus würde ich gerne nochmal lesen, aber mich mit anderen Allende-Büchern zu beschäftigen, habe ich keine Lust, obwohl ich nie ein anderes angefangen geschweige denn gelesen habe.

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Beitragvon tom » 18.07.2007, 20:43

Katia hat geschrieben:
Salome hat geschrieben:@ Heidi: Findest Du? Diese spirituellen Abschnitte (Claras Hellsichtigkeit, Ferulas Wiederkehr... ), habe ich immer eher als märchenhaft, als als "ernsthaft" spirituell empfunden. Selbst in dem "Geisterhaus" an sich, sehe ich eher metaphorische Geister, also den Nachklang des Wirkens der Ahnen und Urahnen, weniger spukende, durchsichtige Personen.


Bei mir ist die Lektüre Allendes zwar auch schon eine Weile her, aber diese Art Spirititualität ist in der südamerikanischen Literatur relativ verbreitet.


Ich schliesse mich diesen Vorrednerinnen wohl an! Habe Das Geisterhaus vor zig Jahren gelesen, und danach noch zwei andere von ihr (Eva Luna; Von Licht und Schatten). Ersteres bleibt bei Weitem das Beste. Allerdings konnte ich mit dem "Paranormalen" (denn ich bezeichnete es weniger als "spirituell") nicht sooo viel anfangen. Zusammen mit einer teils sehr sinnlich werdenden Schreibweise wurden mir die Bücher von ihr immer unverdaulicher und ferner. Ich habe seitdem (?) wohl nicht mehr zu lateinamerikanischer Literatur gegriffen. Für diese Art der Mischung von Realem und Irrealem hatte (Vergangenheitsform) ich zeitweise keinen Bock. Irgendwann muss ich diesem Kontinent aber wieder eine Chance geben... und es liegen zwei, drei Bücher auf meiner WuLi!
tom
 



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