So ihr Lieben mal sehen ob es mir zu später Stunde noch gelingt in Kurzfassung das Gelesene zusammenzufügen.
Interessant fand ich seine Äußerungen zur Unsterblichkeit.
Er vertritt die Ansicht, dass dies nur den vornehmen Ständen und besonders den Frauenzimmern, die nichts zu tun haben, vorbehalten sei.
Ein tüchtig arbeitender Mensch läßt die Welt auf sich beruhen und ist tatkräftig auf dieser.
In einem Brief macht er jedoch das Zugeständnis, wer trotzdem an den Fortbestand nach dem Tode glaubt, solle glücklich sein im Stillen.
Wieder einmal bewundere ich Goethes Vielseitigkeit.
Um das Kupferbergwerk in Ilmenau zu neuem Leben zu erwecken befasst er sich mit Geologie, besucht andere Berwerke.
Um das nötige Kapital zu beschaffen gründet er so eine Art Aktiengesellschaft, an der hohe Tiere aber auch kleine Handwerker beteiligt sind, die sich natürlich dementsprechend Gewinn versprechen. Doch bald übersteigen die Kosten die Einlagen, es muß aufgestockt werden. Immer wieder Rückschläge. Es dauert acht Jahre bis die erste Tonne gehoben wird, die dann auch noch minderwertig ist.
Mehr will ich nicht verraten, aber es ist eine sehr spannende Sache, deren Niederlage Goethe noch lange zu schaffen macht.
In Ilmenau fand Goethe auch einen Gesteinsbrocken, den er nach seinen Forschungen für vulkanischen Gebirgsstein hielt.
Humboldt erklärt später wissenschaftlich, dass dieses Gestein aber aus dem Inneren nach oben befördert wurde als Lavamasse. Daraufhin zieht sich Goethe zurück und gibt keine öffentlichen Stellungsnahmen mehr von sich. Er konnte sich den neuen Tendenzen nicht stellen.
Zu dieser Zeit mit der Entdeckung der Photographie noch nicht gesegnet, bleibt nur die Malerei um Goethes Äußeres darzustellen. Anfragen von Künstlern gibt es zu genüge und das Resultat schmeichelt dem Gemalten eher - macht ihn jünger. Goethe gibt einige ironische Kommentare dazu von sich. Nur ein Bild nähert sich dem Alter des Dichters.
Es folgt eine Beschreibung der Autorin.
Goethe war keinesfalls von stabiler Gesundheit gekennzeichnet. Ab dem 5o Lebensjahr hatte er Probleme mit den Zähnen.
Mit den Jahren beklagte er seine reduzierte Arbeitskraft, bemerkte das Nachlassen des Kurzzeitgedächtnisses und zunehmende Altersschwerhörigkeit. Kanzler Müller klagt über ihn als schwierigen Gesprächspartner, aber es wird vermutet, dass er seine Gebrechen oft als List einsetzte sobald ihn ein Gespräch nicht interessierte oder langweilte. Seine Kleidung war stets gepflegt, aber konservativ, er hielt sich bis ins hohe Alter auffallend gerade und behandelte sein Haar mit der Brennschere.
Es folgen kleine Episoden mit seinen Enkeln, die ihn Apapa nennen und schließlich seine Begegnung mit der 17 jährigen Ulrike.
Diesen Teil muß ich noch fertig lesen und berichte morgen weiter.
Liebe Grüsse
Wirbelwind