Überhaupt führt jeder der beiden ein sehr selbstständiges Leben, sie leben mehr nebeneinander als miteinander. Früher waren beide engagierte 68-er, von dieser Haltung ist nicht mehr viel übrig geblieben.
Der anstehenden Hochzeit – es ist die dritte Verehelichung - ihrer einzigen Tochter Gloria mit einem „Firmenbonzen“, der ihr Vater sein könnte, stehen die beiden sehr skeptisch gegenüber und seit langem gibt es wieder Einigkeit – nämlich Ablehnung. Sie überdenken ihre Erziehungsmethoden, suchen Fehler und fragen sich, warum Gloria so geworden ist. Auch mit ihrer 11-jährigen Enkeltochter, die sich lieber mit Gameboy und Handy beschäftigt, haben sie ihre Probleme.
In den einzelnen Kapiteln kommen abwechselnd Harry und Lore zu Wort, es folgt jeweils ein Dialog, der von schnippischen Wortgefechten genauso geprägt ist wie von tiefsinnigen Gedanken über Themen des Lebens, über Ideale, Zukunftspläne, gemeinsame Erlebnisse, verpasste Chancen.
Ich konnte mich sowohl in Lore, als auch in Harry gut hineinversetzen. Meine Leidenschaft gilt den Büchern ebenso wie dem Gärtnern. Das Buch bescherte mir sehr vergnügliche aber auch sehr nachdenkliche Lesestunden und wird gekrönt mit einem sehr rührenden - wenn auch überraschenden - Ende.




