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Musso, Guillaume - Ein Engel im Winter




Musso, Guillaume - Ein Engel im Winter

Beitragvon Salome » 25.06.2007, 17:45

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Ohoh! Hier habe ich ein Buch gelesen über das ich eigentlich ungerne noch ein Wort verschwenden möchte, naja, aber ich denke ich schreibe dennoch kurz ein paar Zeilen.

Die Geschichte:

Nathan Del Amico ist ein New Yorker Staranwalt, karrieregeil, skrupellos, egoman.
Er kommt aus einfachen Verhältnissen, während die große Liebe seines Lebens, Ehefrau Mallory, in gehobeneren Kreisen geboren ist. (Insgeheim möchte er ihr natürlich mit seinem Streben nach Ruhm nur beweisen, dass auch er ein toller Hecht ist, trotzdem seine Mutter nur ein Hausmädchen war. )
Die Ehe zerbricht, weil Nathan keine Zeit mehr für Frau und Kind hat und Sohn Sean kurz nach der Geburt stirbt.
An einem normalen Bürotag bekommt Nathan dann einen geheimnisvollen Besuch von einem Arzt, der ihm nur mitteilt, dass er ihm gerne helfen möchte. Nathan hält den Mann für verrückt und wirft ihn aus dem Büro. Lächerlich murmelt er vor sich hin Helfen ? Wobei? Doch die Neugierde siegt und Nathan stellt Nachforschungen an.

Kurz: Diese ergeben, - keine Angst ich verrate nicht zuviel - dass Nathan bald sterben wird und der Arzt ein “Bote” ist, der dazu bestimmt ist ihn zum Tode zu begleiten.

Die Welt des Anwaltes gerät aus den Fugen, er fällt aus allen Wolken und versteht die Welt nicht mehr, etc. etc. Er versucht seine Fehler bei Frau und Kind wieder gut zu machen… natürlich auch alle anderen Fehler… um so in Frieden sterben zu können.

Die Geschichte nimmt allerdings dann eine ungeahnte Wendung.

Meine Meinung:

Ein nettes Thema an sich, aber :

- Warum ausgerechnet New York? Kann die Geschichte nicht in Paris spielen ? Es reicht doch, wenn 90% aller Amis über Amerika schreiben. Ich persönlich mag schon gar keine Geschichten aus Amerika mehr hören, aufgrund deren enormer Präsenz auf den Büchermarkt.

- Warum so viele Klischees? Bei dem Thema wäre doch alles drin gewesen, Mystik, Fantasy, Romatik, Spannung, Anspruch… Von all dem habe ich leider bis auf eine billige “Bleibensiedran”-Spannung à la Seifenoper nichts zu lesen.

- Warum lässt Musso den Leser nicht auch einfach ein wenig Platz zum Mitdenken, statt ihm den Stoff häppchenweise vorzukauen?

- Warum so viel Schmalz? Eine Geschichte die den Tod als Thematik hat, muss peinlich darauf bedacht sein nicht in den Kitsch abzurutschen. Es ist einfach nicht zu ertragen ein solch sensibles Thema mit dem Kitschhammer platt zu hauen. Einfachheit und Ehrlichkeit sind hier einfach wirkungsvoller. Man merkt dem Buch an, dass es dafür geschrieben ist, um ein kommerzieller Erfolg zu sein.

Fazit:

Literarisches Fastfood, schnell gelesen, schnell vergessen…

:stern: :stern:

ISBN: 3442362202
Übersetzt von Antoinette Gittinger
Blanvalet Taschenbuchverlag
Dezember 2005 - kartoniert - 396 Seiten
Originaltitel: Et après..
Salome
 

von Anzeige » 25.06.2007, 17:45

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