Ein Buch in dem die Bücher die Hauptdarsteller sind
Lukas Corso ist Bücherjäger. Das heißt, dass er im Auftrag von namenhaften Antiquaren beauftragt wird, seltene Auflagen, jahrhundertalte Erstausgaben und Sammlerstücke zu finden und sie zu kaufen.
Innerhalb von nur wenigen Tagen erhält Corso zwei Aufträge: sein Freund La Ponte bittet Corso heraus zufinden, ob das angebliche Kapitel
Le vin d´Anjou aus den
Drei Musketiere wirklich echt ist und somit von Dumas selbst geschrieben wurde. Und der berühmte Antiquar Vario Borjas drückt ihm eins der drei einzig bekannten Exemplare der
Neun Pforten in die Hand und beauftagt ihn, ihm zu sagen, welches Exemplar der drei echt ist.
Und so macht Corso sich auf die Suche nach den Geheimnissen der Bücher. Doch schnell wird klar: Corso ist in eine Sache verwickelt worden, die größer ist, als nur die Echtheit dieser beiden Bücher: Corso wird verfolgt, man lauert ihm auf, beklaut ihn und schlägt ihn zusammen.
Und: die Bücher, vorallem
Die Neun Pforten mit denen sich angeblich der Teufel rufen lässt, bringen den Tod....
Der spanische Autor
Arturo Pèrez-Reverte kann fast als kleiner Geheimtipp durchgehen: ist er ,und sind seine Werke hier doch relativ unbekannt.
Aber das sollten sie nicht sein!
Zumindestens hat es sein
Der Club Dumas verdient Beachtung zu finden.
Pèrez-Reverte erzählt eine Geschichte über die Bücher, die sich fast wie ein Thriller lesen lässt.
Je weiter man liest, desto dringender möchte man wissen wie es enden wird und was es so geheimnissvolles mit den Büchern auf sich hat und was sie verbindet. Dabei sei angemerkt, dass der Autor es schafft, das Intrigengespinst bis zum Schluss aufrecht zu erhalten und der Leser nicht ahnen kann worauf die Geschichte zu steuert, was am Ende passieren wird.
Pèrez-Reverte nimmt im Verlauf des Romans immer wieder Bezug auf Dumas´
Die Drei Musketiere und auch hin und wieder auf Mellvilles
Moby Dick; es ist nicht nötig die Romane zu kennen, wird man doch mit dem Nötigsten vom Autor an Wissen vesorgt, aber ich kann mir vorstellen, dass viele Anspielungen noch besser sind, wenn man die Werke kennt.
Da die Hauptdarsteller die Bücher sind, fällt es auch wenig ins Gewicht, dass sich Pèrez-Reverte darauf beschränkt die Charaktere nur so ausführlich wie unbedingt nötig zu beschreiben.
Anerkennung hat auch der btb-Taschenbuchverlag an dieser Stelle verdient: in allen drei Exemplaren der
Neun Pforten sind unterschiedliche Bildtafeln abgebildet, die der Verlag dem Buch komplett beifügte. So kann man zusammen mit Corso auf Fehlersuche gehen und weiß genau, worauf sich Corso in seinen Gesprächen bezieht.
Einziger Wehmuttropfen: das Ende ist im Gegensatz zum vorangegangenen Roman sehr spartanisch ausgefallen; es war viel zu schnell und vorallem unbefriedigend vorbei.
Dennoch:
Der Club Dumas ist ein interessanter, spannender Roman und es lohnt sich mal rein zu lesen!

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Zuletzt geändert von Nerolaan am 18.07.2008, 17:50, insgesamt 1-mal geändert.