Um ihren wenig abwechslungsreichen Tagen mehr Gewicht zu verschaffen, beginnt sie, Tagebuch zu schreiben. Sie möchte den Alltag festhalten, das Wetter, Entdeckungen im Garten, Kleinigkeiten, Belanglosigkeiten. Doch immer wieder schweifen ihre Gedanken in die Vergangenheit, Erinnerungen werden wach.
In bewährter Weise erzählt Erika Pluhar ruhig und charmant, ohne Sentimentalitäten von einer Frau, die alles hatte und der alles genommen wurde. Paulina ist abgeklärt, sie kann nichts mehr erschüttern und erwartet sich nichts mehr, dennoch ist sie nicht verhärmt. Das Porträt dieser einsamen Frau, die ihren Tag vertrödelt, die Gedanken und Erinnerungen an die Vergangenheit nicht los wird, hin und wieder von Selbstmitleid übermannt wird, gelingt der Schriftstellerin außerordentlich gut. Doch mit Fortschritt der Geschichte und dem Auftreten von außenstehenden Personen verliert das Buch an Intensität und Charme, und mit dem Ausgang konnte ich mich gar nicht recht anfreunden. Schade.



