Deutschland Anfang 1940er: der Tod hat viel zu tun, denn Hitler und zettelt einen Krieg in Europa an und bringt tausende von Menschen in Not und Gefahr.
Mitten in dieser Zeit, im beschaulichen Molching, lebt Liesel mit ihren Pflegeeltern Hans und Rosa Hubermann. Doch dem Tod fällt sie nicht auf, weil ihre Zeit auf Erden bald vorbei ist, nein, Liesel stiehlt Bücher und berührt den Tod, auf eine ganz besondere Weise.
Dieser erzählt Jahre später ihre Geschichte...
Die Bücherdiebin erschien bereits 2006, ist aber vor allem im letzten Jahr in aller Munde gewesen.
Denn Markus Zusak schrieb kein Buch, dass einfach nur eines unter vielen ist, die sich mit der Zeit des 2. Weltkrieges beschäftigen.
Sein Erzähler ist der Tod höchstpersönlich und dieser erzählt nicht nur von Liesel und ihrer Familie, sondern plaudert auch aus dem Nähkästchen, was er als Tod alles erlebt.
Gerade dies stellt immer wieder eine Gratwanderung dar, die Zusak bis auf winzige Ausnahmen wunderbar bewältigt, denn oft kann man in der Tat über Bemerkungen des Tods schmunzeln oder wünscht sich, dass – was seine Arbeitstechnik betrifft – das Sterben wirklich so funktioniert.
Es gab lediglich ein oder zwei Stellen, an denen ich mir gewünscht hätte, der Tod hätte geschwiegen, da es doch im Zusammenhang mit dem Dritten Reich und dem Holocaust nicht ganz angebracht erschien.
Dennoch schafft es Zusak Deutschland zu der Zeit „natürlich“ erscheinen zu lassen. Zwar spielen die Hitlerjugend und Dachau auch eine Rolle, aber keine vordergründige. Der Autor zeigt so sehr schön, dass vieles für die damaligen Verhältnisse einfach normal war und sich keiner darüber den Kopf zerbrach.
Im Allgemeinen ist
Die Bücherdiebin ein sehr ruhiger Roman, der einen tragischen Höhepunkt findet und am Ende zu Tränen rührt.
Für mich eine rundum grandiose Geschichte – aber erst im Nachhinein.
Letzten Endes hätte ich mir anfänglich auf Grund von Buchtitel und Klappentext etwas komplett anderes erwartet. Ich dachte, dass es mehr um Liesel und um Bücher gehen würde. Doch unterm Strich ist Liesel für mich nur eines gewesen: Bindeglied. Ein Bindeglied das die Charaktere Hans, Rudy und Max miteinander verbindet. Denn nur so kann ich es mir erklären, dass Liesel – trotzdem sie als Protagonistin allgegenwärtig ist – für mich bis zum Schluss nur eine Hülle blieb, während Max, Hans und Rudy für mich menschlich waren und ich mit ihnen fühlen konnte und um sie gebangt und geweint habe.
Fazit: Mit
Die Bücherdiebin ist Markus Zusak ein sicher außergewöhnlicher Roman gelungen, der fasziniert und fesselt und einen noch länger nach der Lektüre zu beschäftigen weiß.
Empfehlenswert auf ganzer Linie!

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(4,5)