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Teller, Janne - Nichts: Was im Leben wichtig ist

12.06.2011, 19:53

«Nichts bedeutet irgendetwas, das weiß ich seit langem. Deshalb lohnt es sich nicht, irgendetwas zu tun» mit diesen Worten verabschiedet sich der 13-jährige Pierre Anthon aus dem Klassenraum um auf einen Pflaumenbaum zu klettern und von nun an seine Klassenkameraden mit nihilistischen Weisheiten und reifen Pflaumen zu bewerfen.

Um ihm das Gegenteil zu beweisen, beginnt die Klasse in einem verlassenen Sägewerk Dinge zu sammeln, die von Bedeutung sind. Jeder muss seinen Teil beisteuern, wer sein Opfer gebracht hat, darf den nächsten und dessen Opfer bestimmen. Die Spirale beginnt mit harmlosen Gegenständen wie Sandalen, Ohrringen oder Bücher, dreht sich aber immer intensiver und fordert sehr persönliche Dinge, den Gebetsteppich, Haustiere, und …. und eskaliert schließlich. Je größer der Schmerz, desto größer ist die Bedeutung. Längst geht es nicht mehr darum, Pierre Anthon zu überzeugen (der auch völlig unbeeindruckt bleibt), es entwickelt sich eine Gruppendynamik und eine Spirale der Gewalt die von Neid, Rache und Willkür bestimmt wird. Erwachsene spielen in diesem Buch eine untergeordnete Rolle, sie greifen nicht als moralische Instanz ein.

Janne Teller begibt sich in ihrer Parabel mit dem Leser auf ein radikales Gedankenexperiment das aufgrund von Stil und Formulierung einen Sog entwickelt, dem man sich kaum entziehen kann und thematisiert in ihrem Buch Themen, die die Welt seit Menschengedenken beschäftigen … Was ist der Sinn des Lebens, hat es überhaupt einen Sinn, worin liegt der Sinn, kann man ihn fassbar machen. Antwort hat sie keine gefunden, aber jede Menge Denkanstöße, wie man der Angst vor der großen Leere begegnen und den Pierre Anthon, den wohl jeder mehr oder weniger in seinem Kopf hat, ruhigstellen bzw. sich mit ihm versöhnen kann.

Janne Teller, geb. 1964, stammt aus einer österreichisch-deutschen Familie. Als Makroökonomin arbeitete sie von 1988 bis 1995 als Beraterin für die EU und für die UNO in Dar-es-Salaam, Brüssel, New York und in Mosambik. Seit 1995 widmet sie sich ganz ihrer Tätigkeit als Schriftstellerin und lebt abwechselnd in New York, Mailand, Paris und Kopenhagen. Werke von Janne Teller wurden in zwölf Sprachen übersetzt, darunter ins Englische, Deutsche, Französische, Italienische und Spanische. (von wikipedia)

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12.06.2011, 19:53

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