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Bruhns, Wibke - Meines Vaters Land




Bruhns, Wibke - Meines Vaters Land

Beitragvon alwin03 » 16.03.2009, 11:01

Titel: Meines Vaters Land
Autor: Wibke Bruhns
Verlag: Ullstein Tb; Auflage: Neuauflage. (September 2005)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3548367488
ISBN-13: 978-3548367484
Seitenzahl: 387
Preis: 9,95 EUR



Aus der Amazon.de-Redaktion


Als der Vater starb, war sie sechs. Wibke Bruhns, Jahrgang 1938, sagt von ihm und ihrer großen Familie: "Ich weiß, wer die Leute sind. Aber ich kenne sie nicht." Ihr Buch dokumentiert den Versuch einer Annäherung an jene, die ihr am nächsten waren.

Dabei kann sie sich auf reichhaltiges Quellenmaterial in Form von Tagebüchern, Briefen und Haushaltskladden stützen, denn beide Eltern entstammen traditionsbewussten Bürgerhäusern: Hans Georg -- HG genannt -- dem Halberstädter Handelshaus Klamroth, Else einem "Haus voller Herzlichkeit" in Wismar. Beide sind 1898 geboren und indem Bruhns ihre Geschichte(n) erzählt, blättert sie ein halbes Jahrhundert deutscher Geschichte auf.

Ihres Vaters Land erweist sich als eine untergegangene Welt, materiell wie mental, und die Rekonstruktion als ein "Puzzle-Spiel", das die Autorin und uns in ein Wechselbad der Gefühle stürzt: HG freut sich 1917 "kolossal, noch so viel Krieg mitmachen zu dürfen". HG gewinnt mit einem brillanten Auftritt Elses Familie für sich. Else leidet unter den zahlreichen Affären ihres Mannes. Else empört sich über die Reichskristallnacht, weil sie um Deutschlands Image fürchtet.

Bruhns macht kein Hehl aus ihrem Befremden ("Der spinnt." -- "Was geht bloß vor in diesen Männern?"), gleichzeitig hinterfragt sie schnelle Urteile: "Vorsicht! Was würde ich denn tun?" Das wirkt manchmal etwas pädagogisch, meistens aber sehr glaubhaft, auch dank des behutsam zupackenden Tons, in dem hier altdeutsche Bürgerherrlichkeit -- die Buddenbrooks lassen grüßen -- kommentiert wird.

Im Zweiten Weltkrieg kämpft HG in Russland, ist dann Abwehr-Offizier in Berlin und wird in das Hitler-Attentat vom 20. Juli verwickelt. Der Erbsenzähler und Schürzenjäger als heroischer Tyrannenmörder? "Da ist viel Platz in so einer Psyche", staunt die Tochter Jahrzehnte danach. Ganz erschlossen hat sich ihr das Vater-Land nicht, dennoch endet sie versöhnlich: "Ich habe von dir gelernt, wovor ich mich zu hüten habe... Ich danke dir."

Und wie viel Platz ist in so einem Buch! Bruhns gelingt eine ergreifende Geschichtsstunde aus persönlicher Betroffenheit, ohne die abgeklärte Attitüde des Berufshistorikers. Mit romanhafter Wucht beschwört sie Die Welt von gestern noch einmal herauf. --Patrick Fischer -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe

Klapptext:

August 1944: Der Abwehroffizier Hans Georg Klamroth wird als Hochverräter hingerichtet. Jahrzehnte später sieht Wibke Bruhns Filmaufnahmen von ihrem Vater während des Prozesses gegen die Verschwörer des 20. Juli. Der Anblick läßt sie nicht mehr los: Sie macht sich auf die Suche nach seiner und auch ihrer eigenen Geschichte. ein einzigartiges Familienepos.

"Eine eindrucksvolle, den Leser mitreißende Geschichte" FAZ

"Eine faszinierende Mischung aus privater Chronik, zeitgeschichtlichem Report und persönlicher Identitätssuche" Der Spiegel

"Eine große Leistung" Süddeutsche Zeitung


Meine Meinung:

Ich war von Beginn an von dem Buch begeistert. Sicher hatte das auch den Grund, dass die Geschichte um H. G. Klamroth in meiner unmittelbaren Nachbarschaft ablief.
Ich fand es schon ungewöhnlich Ortsnamen aus der Nachbarschaft in diesem Werk wiederzufinden.
Wibke Bruhns hat mit sehr viel Fleiß eine (ihre) Familienchronik zusammengetragen und sie der Nachwelt zugänglich gemacht.
Sie selbst hat sich im größten Teil des Buches mit ihrer Meinung zurückgehalten, bis sie dann selber Teil der Geschichte war.
Man wird in diesem Buch der Weltgeschichte des ersten und zweiten Weltkrieges näher gebracht. Diesmal aber aus einem privaten Blickwinkel. All die Weltgeschichte spiegelt sich im Handeln und Leben der Familie Klamroth hautnah wieder.
Besonders haben mir die Briefe von H.G. an seine Frau gefallen. Mit welcher Wortwahl sich H.G um Ausdruck und Inhalt bemüht hat, fand ich besonders ansprechend.
Es ist dem Buch anzumerken das es von einer Frau geschrieben ist. Es liest sich heraus, wenn Wibke Bruhns von ihrer Familie, ihren Geschwistern, ihrer Mutter schreibt, dass sie selber Mutter und Hausfrau ist und hier ihre Gefühle nicht verbergen konnte.
Ich werde das Buch auf jeden Fall gern weiterempfehlen und wenn ich die Möglichkeit habe Halberstadt zu besuchen, dann auch die Spuren der Familie Klamroth verfolgen.


:stern: :stern: :stern: :stern: / :stern:

Bild
Ich lese zur Zeit:

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