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Hetmann, Frederik - Solidarität ist die Zärtlichkeit der Völ

08.11.2006, 10:30

Inhalt:

Klappentext:
Ernesto Che Guevara, Berufsrevolutionär und Arzt, lebte und kämpfte, wie es ihm die Einsicht in Unterdrückung und Unrecht befahl. Heute ist er auf Plattenhüllen, T-Shirts und Snowboards abgebildet - eine Ikone der Jugend. Auch Menschen, die kaum Näheres über sein Leben wissen, gilt sein Name als Symbol für die Sehnsucht nach einer gerechteren Welt. Doch wie viel Wahrheit und wie viel Verklärung steckt im Mythos Che? Eine Biographie, die zwischen Fakten und Mythos sorgsam zu unterscheiden weiß.

Meine Meinung:

Angeregt von Jean-Paul Satrres Äußerung, dass Ernesto Guevara für ihn der vollkommenste Mensch des 20. Jahrhunderts ist, recherchiert Frederik Hetmann das Leben des bekannten Guerrillos und schreibt Anfang der 70er Jahren die Biografie "Ich habe sieben Leben". Ende der 90er Jahre überarbeitet er diese und das Ergebnis ist die vorliegende Biografie: "Solidarität ist die Zärtlichkeit der Völker".

Die Biografie erzählt unaufgeregt von den einzelnen Stationen in Ernestos Leben: seiner Kindheit in Argentinien, seinen Reisen durch Lateinamerika, seine Bekanntschaft mit Fidel Castro und der Übergang zum gewaltsamen Widerstand, seine Zeit in Kuba, Afrika und letztendlich die unglücklich-verlaufende Guerilla in Bolivien.

Neben den Fakten beschäftigt sich Hetmann auch mit den Legenden, die sich um Ernesto (Che) Guevara ranken. Hetmann gelingt es, den Menschen Ernesto einerseits darzustellen und den politischen Menschen Che andererseits. Gleichzeitig versucht er zu zeigen, dass sie nicht zu trennen sind.

Was mir besonders gut gefiel, war die Zeittafel am Ende der Biografie. Auf 24 Seiten gibt Hetmann einen Überblick über Ernestos Leben und die Entwicklungen in den einzelnen Ländern Lateinamerikas von 1928 bis 1997. Sehr informativ und geeigneter Ansatzpunkt für weitere Recherche.

Zum Abschluss ein Zitat aus dem Vorwort, das mir passend erscheint:

Auch aus heutiger Sicht bündeln sich im Leben von Che Guevara individuelle und weltpolitische Probleme, die wir geneigt sind zu verdrängen, die wir aber im Bewusstsein behalten sollten, sofern wir die Hoffnung auf ein humaneres Zusammenleben in einer gerechteren Welt noch nicht völlig aufgegeben haben.


:stern: :stern: :stern: :stern: ( :stern: )

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Zuletzt geändert von marilu am 14.04.2007, 18:11, insgesamt 1-mal geändert.

08.11.2006, 10:30

08.11.2006, 12:25

Danke für die Rezi, Marilu. Dieses Buch werde ich mir sicher auch zulegen. In jungen Jahren, insbesondere während meiner Studentenzeit, war ich glühender Che-Anhänger. Über meinem Bett im Wohnheim hing er überlebensgroß. Ich hätte ich vom Fleck weg geheiratet, wenn es möglich gewesen wäre. :oops: Ein wenig von meiner Begeisterung schlummert immer noch in mir. Ich verpasse selten eine Dokumentation über ihn. Das Buch wird für mich zur Pflichtlektüre. :D

08.11.2006, 13:01

@Karthause: Was glaubst Du hängt gerade hinter mir an der Wand? :oops:
Eine Wand unseres Pc-Raumes schmückt eine 100 x 150 cm große Che-Fahne (die allerdings auf das Konto meines Mannes geht :wink: ).

Kennt jemand von Euch den Film "Die Reise des jungen Che"? Ich (bzw. eigentlich mein Mann) hat ihn aufgenommen, ich habe ihn aber noch nicht gesehen, mein Mann schon und er hat ihm recht gut gefallen.

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08.11.2006, 13:21

@Pippi
Wie schön, dass ich wieder einmal feststellen kann, wie dicht wir hier im Forum doch beieinanderliegen. Den Film kenne ich nicht, ich habe ihn aber im MediaMarkt schon mal umtänzelt. Wenn er mal als Sonderangebot zu haben ist werde ich sicher schwach. Vielleicht gibt es ihn auch in unserer Videothek. Da gehen wir nur ganz selten hin. Mal sehen, aber durch die Lappen geht er mir sicher nicht.

Das Buch habe ich mir übrigens schon bestellt. :D
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