Nimmt im letzten Teil das Wirken der „Schwarzen Hand“ ein Ende?
Wie schon in den ersten beiden Bänden „Und sie rührten an den Schlaf der Welt“ und „Der Walzer der gefallenen Engel“ ist Dr. Heydinger auch im dritten Band auf der Suche nach dem Kopf der Geheimloge, eine antisemitische und antiserbische Organisation, die im Wienerhof ihre dunklen Spiele treibt.
Diesmal wird nebenbei kein psychoanalytischer Fall behandelt, sondern der jüdische Komponist und Direktor der Wiener Hofoper Gustav Mahler steht im Mittelpunkt der Erzählung. Der Musiker wird mit Drohbriefen der „Schwarzen Hand“ bombardiert, er solle sein Amt niederlegen, da der Hof nicht vom jüdischen Pöbel untermauert werden soll.
Gemeinsam mit dem Grafen Rheinsberg versucht nun Dr. Heydinger die Loge aufzudecken.
Der zweite Handlungsstrang, die Liebesbeziehung zwischen dem Arzt und der Sängerin Lena, verläuft ziemlich düster. Lena hat zwischenzeitlich Fuß in Amerika gefasst, ihre musikalische Kariere entwickelt sich. Allerdings führt diese lange Trennung zur Entfremdung des Pärchens. Lena lernt einen anderen Mann kennen, und verlobt sich.
In Wien schafft es unterdessen die Geheimloge, dass Mahler seinen Direktorposten aufgibt, und nach Amerika flüchtet. Und so wechselt der Schauplatz zwischen beiden Kontinenten.
Das Einwirken der „Schwarzen Hand“ auf die jüdische Bevölkerung in Wien findet ihren Höhepunkt, es wird gemordet, erpresst und Unfälle inszeniert, so dass der Leser und auch Dr. Heydinger immer hoffungsloser werden.
Der Roman hält sich in Bezug auf den Komponisten ziemlich genau an dessen Biographie. Fiktiv ist das Drum und Dran, welches aber die Spannung aufrecht erhält und den Roman höchst interessant gestaltet.
Mahrendorff hat mit dieser Trilogie ein äußerst beeindruckendes Werk vorgelegt. Der fiktive Rahmen und die inneren analytischen sowie biographischen Tatsachen machen dieses Werk zu einem echten Lesevergnügen. Sprachlich ist es liebevoll und gekonnt geschrieben. Schade, dass es nun für mich ein Ende nimmt, denn durch den frühen Tod des Autors, findet mit „Das dunkle Spiel“ den unwiderruflichen Abschluss. Ich habe alle drei Bände sehr gerne gelesen!
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