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Singer, Nicky - Norbert Nobody oder Das Versprechen




Singer, Nicky - Norbert Nobody oder Das Versprechen

Beitragvon marilu » 15.09.2006, 06:27

Originaltitel: Feather Boy

Inhalt:
Es war einmal ein stummer Prinz. Die Eltern waren so verzweifelt, dass sie demjenigen, der den Prinzen heilen konnte das wertvollste des Königreiches als Geschenk versprachen. Doch sollte es nicht gelingen, wäre die Strafe der sofortige Tod. So versuchten viele Menschen den Prinzen zu heilen, doch ebenso viele verloren ihren Kopf.
So kam noch ein letzter Abenteurer.
Eine junge Frau, die von dem Schicksal des Prinzen gehört hatte. Sie ging zu ihren Großeltern in den Wald und sprach zu ihnen, sie sollen ihr all ihre Weisheiten und Geschichten erzählen. Und so trat das Mädchen eines Tages vor den Prinzen und erzählte ihm die Geschichte vom Feuervogel:

"Es war einmal ein einsamer Mann, der im Wald lebte. Eines Tages erblickte er eine wunderschöne Gestalt am Himmel. Eine junge Frau, eingehüllt in einen Mantel aus Feuervogelfedern. Es war ein heißer tag und so legte die Frau den Mantel nieder, um zu baden. Der einsame Mann jedoch dachte, sie sei das Schönste, das er je gesehen hatte und versteckte den Federmantel im Wald.
Als die Frau den Verlust bemerkte, war sie sehr traurig und am Boden zerstört. Doch der Mann nahm sie bei sich auf und sie lebten glücklich gemeinsam im Wald.
Die Frau bekam einen Sohn und eines Tages hörte sie ihn nach ihr rufen. Sie solle sofort kommen! Er habe etwas gefunden. Die Frau eilte zu ihrem Sohn und erblickte in dessen Händen den geliebten Feuervogelmantel. "


Was macht die Frau? Zieht sie den Mantel an oder nicht? Wie wird sie handeln und wird der Prinz sprechen?!

Rund um dieses Märchen der Irokesen erzählt Nicky Singer die Geschichte von Robert Noble (von seinen Mitschülern spöttisch Norbert Nobody genannt), einem 12-jährigen Jungen.
Roberts Eltern sind geschieden und seine Mutter muss viel arbeiten, um sie beide über Wasser zu halten. Roberts Vater hat wieder geheiratet und verbringt viel zu wenig Zeit mit Robert, der darunter leidet.

Diese familiären Probleme sind aber nicht das einzige Leid seines Lebens - auch in der Schule hat er einen Feind: Jonathan Niker. Stoisch erträgt er alles, doch durch seine Teilnahme an einem Schulprojekt ändert sich alles.

Die Klasse 7R führt ein Seniorenprojekt durch - sie gehen ins Altenheim und jeder Schüler wird sich mit einem der alten Personen zusammensetzen und versuchen, Lebensweisheiten des Gesprächspartners herauszukitzeln.

Roberts Partnerin ist Edith Sorell, eine alte Dame, die an Leberkrebs leidet. Sie fordert Robert auf, in das mysteriöse CHance House zu gehen, wo ...

Jedes weitere Wort würde zuviel verraten - deshalb an dieser Stelle Psst.

Meine Meinung:

Ich wollte das Buch schon seit Jahren lesen (2002 in Deutschland erschienen), habe es aber immer wieder aufgeschoben. Gut, dass ich es jetzt kenne!

Ein wunderbares Buch - nicht nur für Kinder! Es werden so viele verschiedene Themen angesprochen, ohne dadurch platt zu werden, dass wirklich jeder etwas aus dem Buch ziehen kann.
Themen sind u. a.: Scheidung, Freundschaft, Mut, ein bißchen Abenteuer, Trauer, der Umgang mit alten Leuten, ein bißchen Liebe...

Die Geschichte wird aus der Sicht von Robert erzählt und mit ihm durchlebt der Leser seine Verwandlung von jemandem, der die Ungerechtigkeiten seiner Umwelt erträgt zu einem Jungen, der für das kämpft, was ihm wichtig ist.

Ich empfehle das Buch für Kinder ab 12 Jahren und kann mir gut vorstellen, dass es als Klassenlektüre eingesetzt werden kann. Dtv hat sogar einen Ergänzungsband herausgegeben, der Lehrermaterial enthält. Zu recht! :thumleft:

Ich könnte mir vorstellen, dass es Karthause gefällt... :wink:

:stern: :stern: :stern: :stern: :stern: + :clap: :hurra:

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Beitragvon Pippilotta » 15.09.2006, 07:03

Danke, @Marilu! Das hört sich sehr schön an!

Mein Sohn muss jetzt für die Schule wieder jedes Monat eine Buchbesprechung abgeben, und dafür werde ich ihm dieses hier aus der Bib holen!! :thumleft:
Herzliche Grüße
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Beitragvon Krümel » 15.09.2006, 10:56

Pippilotta hat geschrieben: Mein Sohn muss jetzt für die Schule wieder jedes Monat eine Buchbesprechung abgeben, und dafür werde ich ihm dieses hier aus der Bib holen!! :thumleft:


Sowas sollte es in Deutschland auch geben, das finde ich richtig toll, ja großartig :thumleft:
BildLiebe Grüße,
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Beitragvon Pippilotta » 15.09.2006, 11:30

Das ist - wie bei so vielem - vom Lehrer abhängig, nicht vom Land und nicht von der Schule. Sein Lehrerin legt sehr, sehr großen Wert aufs Lesen und deshalb verlangt sie das. Mittlerweile hat sie auch - Gott sei Dank - die Bücher eingegrenzt (es gab ja da Schüler, die schrieben über Bilderbücher oder Mickey-Mouse-Hefte), aber das von Marilu vorgestellte, mit dem wird sie eine Freude haben!! :thumleft:
Herzliche Grüße
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Beitragvon Karthause » 15.09.2006, 12:13

Danke marilu, ich habe es mir schon notiert. Auf dein Urteil kann ich mich ja verlassen. :thumleft:
Viele Grüße
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Beitragvon marilu » 15.09.2006, 12:19

Pippilotta hat geschrieben:... aber das von Marilu vorgestellte, mit dem wird sie eine Freude haben!! :thumleft:


Das glaube ich auch! Es ist nicht nur was für Kinder, sondern auch für Erwachsene. Vielleicht mag sie es dann auch noch lesen.

Spannend fand ich z.B. auch, dass es anfangs eine fantastische Nuance gibt und man immer darauf wartet - na, tauchen Geister oder übernatürliche Aspekte auf?!
Ob ja, das erzähle ich hier nicht... :wink:

Die BBC hat das Buch überigens in einer Miniserie verfilmt und der Schauspieler für Robert erscheint mir perfekt gewählt:
http://www.bbc.co.uk/pressoffice/pressreleases/stories/2004/02_february/19/feather_boy_pack.shtml

Was die wöchentliche Lektüre angeht, stimme ich zu, dass es eine wunderbare Sache ist. In Deutschland gibt es das auch zunehmend.
Aber ein Buch pro Woche finde ich ziemlich viel! :shock: Wird das nicht gerade in der Prüfungszeit stressig?
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Re: Singer, Nicky - Norbert Nobody oder Das Versprechen

Beitragvon 1111111111 » 12.03.2015, 15:55

Wir haben das Buch in der Schule gelesen (7. Klasse)und ich fand es nicht wirklich gut. Das Material für Lehrer ist auch ziemlich schlecht (sagt zumindest unsere Lehrerin). Ich würde das Buch nicht empfehlen
1111111111
 



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