Ja´ara scheint mit ihrem Leben ganz zufrieden zu sein, bis zu einem schicksalhaften Nachmittag in der Wohnung ihrer Eltern an dem sie den Jugendfreund ihres Vater trifft: Arie.
Und diese Begegnung wirft ihr ganzes Leben durcheinander.
Sie fängt an ihren Job und ihren Mann zu vernachlässigen und setzt beides aufs Spiel nur um Arie zu treffen.
Und tatsächlich: beide beginnen eine Affäre; wenn auch eine ungewöhnliche Affäre.
Ja´ara scheint abhängig von Arie zu sein und tut alles, um ihn zu gefallen. Und Arie scheint davon abhängig zu sein, das jemand von ihm abhängig ist.
Und so beginnt Ja´ara einer Illusion hinterher zu rennen.
Liebesleben ist der 1. Teil von Shalev´s Trilogie über die moderne Liebe.
Und ich muss direkt vorweg schicken: es ist ein Buch, dass mich gefesselt hat, aber hauptsächlich auf Grund des Erzählstils und Schreibstils, denn die Handlung weist doch ein paar Schwachstellen auf.
Shalev erzählt die Geschichte einer außergewöhnlichen Affäre, allerdings scheint diese fest zustecken.
Arie und Ja´ara führen eine Beziehung, die ich in keinster Weise nachvollziehen kann: ich habe wirklich Probleme einer Frau wie Ja´ara Verständnis oder selbst Mitleid entgegen zu bringen, die für einen egoistischen, selbstgefälligen Mann ihr ganzes Leben, alles was sie sich aufgebaut hat, riskiert. Erst recht, wenn man bedenkt, dass sie weiß, dass sie das was sie tut besser nicht tun sollte und sie eigentlich weiß, was als Konsequenz auf sie warten wird und sie diese Konsequenz eigentlich nicht möchte und im Grunde nicht wird ertragen können.
Das ist aber nicht mein eigentlicher Kritikpunkt: es gibt solche Beziehungen nun mal und nur weil ich sie mir nicht vorstellen kann, oder vielleicht auch will, muss das Buch nicht schlecht sein.
Aber: man liest 369 Seiten und die Beziehung dreht sich immer und immer wieder nur im Kreis. Es findet keine Entwicklung statt. Die letzten 10 Seiten zeigen dann eine Entwicklung, die aber dann nicht tiefgründig genug ist und einfach zu spät kommt.
Auch die Charaktere bleiben einem fern und eher unsympathisch. Allerdings ist das vollkommen in Ordnung, denn eigentlich dienen sie nur dazu eines zu zeigen: es ist unmöglich eine glücklich Beziehung zu jemanden einzugehen und auch sein Leben zu leben, wenn man nicht weiß wer man ist.
Ein, wie ich finde, wirklich tolles Buch, dass allerdings hauptsächlich von seinem Erzählstil lebt und weniger von der Geschichte.