(der Autor/in lebt noch, und spiegelt die heutige Zeit)
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Zevin, Gabrielle - Margarettown

19.05.2007, 08:43

Originaltitel: Margarettown

Inhalt:


Der Verlag über das Buch (kopiert von Amazon.de)
Als E. der bezaubernd spleenigen Maggie begegnet, weiß er sofort: Das ist Liebe.Wild entschlossen, den Rest des Lebens mit dieser einzigartigen Frau zu verbringen, begleitet er sie in ihre Heimatstadt Margarettown und lernt dort ihre Familie kennen: Vier Frauen, die nicht nur genauso aussehen wie Maggie. Sie sind Maggie.

Ergänzend von mir

Der Roman "Margarettown" ist in 6 Teile unterteilt, was es der Autorin ermöglicht, die Liebesgeschichte zwischen E. und Maggie/Mia/May/Marge/Meg/Margaret aus verschiedenen Blickwinkeln zu erzählen. So kommt nicht nur die männliche Seite des Paares zu Wort, sondern auch Maggie, E.s Schwester Bessie und seine Tochter Jane.

E. erzählt seiner Tochter Jane in einem Brief die Liebesgeschichte zwischen sich und ihrer Mutter. Dabei beschränkt er sich nicht nur auf die Fakten, sondern erweitert die Geschehnisse um seine Erinnerungen, Empfindungen und Illusionen.

Meine Meinung:

Beim Schreiben der ergänzenden Sätze habe ich festgstellt, wie schwierig es ist, die Geschichte zusammenzufassen, ohne zuviel zu verraten. Der Reiz von "Margarettown" liegt weniger in dem altbekannten Plot "Mann-trifft-Frau", sondern in den Erinnerungen und Wahrnehmungen zwischen den Geschlechtern. Es werden interessante Fragen aufgeworfen: Verliebt man sich in die gegenwärtige "Manifestation" einer Person? Oder verliebt man sich zusätzlich in alle Facetten und die Vergangenheit und Zukunft des betreffenden Menschen? Muss man alles am Partner lieben, um ihn/sie hundertprozentig zu lieben?

Die Schwester Bess fasst es sehr schön zusammen, wenn sie sagt, jede Frau hat mehrere Frauen in sich. Viele kennen das wohl auch von sich selbst. Auch wenn bestimmte Persönlichkeitsmerkmale gleich bleiben, so entwickelt man sich doch weiter und zwischen bestimmten Lebensabschnitten liegen mitunter Welten.

Mir hat der Roman wirklich gut gefallen, auch wenn ich in der Mitte ca. 30 Seiten hatte, die mich sehr verwirrten, weil ich nicht wusste, wohin der Roman steuerte. Doch im Rückblick klärte sich alles auf. Ich denke, "Margarettown" ist ein Kandidat für einen Reread, um alles im großen Rahmen zu sehen. Und ich hätte richtig Lust, damit sofort zu beginnen...

Es steckt sehr viele Liebe und Leid in den Seiten. Die wechselnden Perspektiven sind mitunter verwirrend, bereichern die Geschichte aber auch! Dies war ein Kauf, der sich für mich sehr gelohnt hat! :clap:
Vielleicht liegt es aber auch daran, dass ich momentan in einer Situation stecke, die so eine Art Weggabelung ist: neuer Job, neue Freunde, die baldige Fernbeziehung zu meinem Freund, ein wahrscheinlicher Umzug nach England im nächsten Jahr... - da greift der Roman Themen an, die mich zur Zeit sehr beschäftigen.

:stern: :stern: :stern: :stern:

Bild

19.05.2007, 08:43

19.05.2007, 15:50

Das hört sich sehr interessant an. Ich bin auch immer wieder von solchen Gedanken angesprochen, in wieweit der Mensch als Einheit und Vielheit existiert. Dabei liegen die verschiedenen Aspekte unserer Existenz nicht nur in den verschiedenen Ausprägungen zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, sondern auch im aktuellen Nebeneinander unterschiedlicher Aspekte in unserem Charakter, unserer Persönlichkeit. Ich kann gut verstehen, dass da auch manchmal die Sicht auf "verschiedene Persönlichkeiten" in uns auftaucht. Es fällt so schwer, sich (und andere) in seiner/ihrer Komplexität und oft scheinbaren Widersprüchlichkeit anzunehmen.
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